Multiple Sklerose
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e-med Forum Multiple Sklerose 5. Februar 2012 Kontakt  Impressum  
 

Ausgesuchte MS-Links:

 

Symptomatische Therapie


Behandlung der MS-Symptome

Seit 1999 bewähren sich bereits die Konsensusempfehlungen der MSTK-Gruppe zur Immunmodulatorischen Stufentherapie.

 

In einem weiteren Schritt hat die Multiple Sklerose Therapie Konsensus Gruppe (MSTKG) im Ärztlichen Beirat des DMSG Bundesverbandes Empfehlungen zur Symptomatischen Therapie der Multiplen Sklerose entwickelt.

 

Damit ist ein weiterer Meilenstein in der Leitlinienerstellung zur Behandlung der Multiplen Sklerose geschafft!

 

Zu den einzelnen Therapieempfehlungen finden Sie einen Link zu diesen, auf der Website des DMSG Bundesverbandes veröffentlichten, Empfehlungen.

Um zu den Behandlungsempfehlungen für die verschiedenen MS-Symptome zu gelangen, müssen Sie die Seite der DMSG ein wenig herunter scrollen.

 

...zu den einzelnen Therapieempfehlungen


Schub- und MS-Therapie


Methodische Aspekte

 

Behandlungen

Kortikosteroidbehandlung

Betainterferontherapie

Glatirameracetat/Copaxone

Intravenöse Immunglobuline

Azathioprin

Mitoxantron

Cyclophosphamid

Methotrexat



Neue Therapieempfehlungen

Die Therapieempfehlungen der MSTKG zur MS-Therapie wurden September 2006 aktualisiert. Genauer Informationen dazu finden Sie hier.


Azathioprin:

In der Therapie der Multiplen Sklerose wird Azathioprin langjährig eingesetzt. Insgesamt wurden 5 randomisierte und kontrollierte Studien bei MS Patienten mit unterschiedlichen Verlaufsformen durchgeführt, die eine Reduktion der Schubrate von 30 bis 40% gegenüber Plazebo zeigten. Einschränkend ist jedoch zu sagen, daß diese Studien vom Design her nicht direkt mit den großen, plazebokontrollierten Untersuchungen der neuen immunmodulatorischen Substanzen vergleichbar sind. Azathioprin kann unter Berücksichtigung der o.g. einschränkenden Gesichtspunkte als Basistherapie beim schubförmigen Verlauf der Multiplen Sklerose eingesetzt werden, besonders bei Patienten, bei denen Einschränkungen für die Verwendung der Injektionspräparate bestehen. Patienten, die bereits über Jahre mit Azathioprin behandelt werden und einen stabilen Krankheitsverlauf zeigen, können aufgrund der neuen Erkenntnisse zur Langzeitsicherheit dieses Präparates unter engmaschiger Kontrolle des Blutbildes die Therapie weiter fortführen.

 

Mitoxantron:

Für Mitoxantron konnte in drei publizierten Studien eine signifikante Reduktion der Schubzahl und in der zweijährigen Dosisvergleichs-Studie auch der Krankheitsprogression nachgewiesen werden. Es muß als ein sehr effektives immunprophylaktisches Medikament in der Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose angesehen werden, welches jedoch aufgrund der Gefahr einer Herzschädigung bei hohen Dosen nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden soll. Der Einsatz dieses Medikamentes sollte nach Rücksprache mit einem MS-Zentrum sorgfältig abgewogen werden und in erster Linie bei Patienten mit hochfrequentem schubförmigen Verlauf und schlechter Remissionstendenz bzw. Therapieversagen eines Betainterferon-Präparates sowie bei sekundär-progredientem Verlauf mit rascher Progression ( 1 EDSS Punkte pro Jahr) durchgeführt werden. Auch hier ist eine engmaschige Kontrolle des Blutbildes sowie der Leber und Nierenfunktionswerte notwendig.

 

Cyclophosphamid:

Obwohl es aus den berichteten Studien keine eindeutigen Wirksamkeitsnachweise gibt, erachtet die Konsensus-Konferenz den Einsatz von Cyclophosphamid zur Behandlung der Multiplen Sklerose in besonders schweren und rasch progredient verlaufenden Erkrankungsfällen als Eskalationstherapie nach Ausschöpfung der oben diskutierten Therapieformen als sinnvoll, um zum Beispiel einem drohenden Verlust der Gehfähigkeit entgegenzuwirken.

 

Methotrexat:

Zum jetzigen Zeitpunkt kann keine allgemeine Empfehlung für den Einsatz von Methotrexat bei der Multiplen Sklerose gegeben werden, insbesondere da in nur einer Studie geringe Therapieeffekte mit Dosierungen erzielt werden, wie sie in der Rheumatherapie erfolgreich eingesetzt werden. Im Einzelfall kann jedoch bei Versagen anderer Therapiemaßnahmen ein Behandlungsversuch bei Patienten zur Stabilisierung von objektivierbaren Koordinationsstörungen sinnvoll sein. Bei rasch progredientem und schwerem Krankheitssverlauf sollte zunächst Mitoxantron oder Cyclophosphamid gewählt werden.

 

Weitere immunprophylaktische Therapien:

Für den Einsatz anderer Substanzen in der immunprophylaktischen Behandlung der Multiplen Sklerose (Cladribin, Cyclosporin A, Linomid, 15-Desoxyspergualin, orales Myelin, Enzymtherapie oder Phosphodiesterase-Inhibitoren wie Pentoxyfilin) gibt es anhand der vorliegenden Studienergebnisse keine hinreichenden positiven Ergebnisse, die derzeit einen Einsatz bei der Multiplen Sklerose rechtfertigen.


Empirische Vorschläge zur immunmodulatorischen Stufentherapie der MS:

Der natürliche Verlauf der Multiplen Sklerose zeigt, daß nach schubförmigem Beginn der Erkrankung über zwei Drittel der Patienten in eine sekundär progrediente Verlaufsform übergehen, wobei einschränkend gesagt werden muß, daß es bisher keine sicheren Anzeichen gibt, die richtungsweisende Veränderungen der Krankheit anzeigen. Unter Berücksichtigung verschiedener methodisch bedingter Einschränkungen, die eine Vergleichbarkeit einzelner Studien nur bedingt zulassen , empfiehlt die Konsensus-Konferenz folgende empirische Expertenmeinung:

 

Beginn einer immunprophylaktischen Therapie derzeit in erster Linie mit einem Betainterferon-Präparat, möglichst frühzeitig nach Diagnosenstellung bei aktivem Verlauf gemäß den eingangs erwähnten Empfehlungen.

In Abhängigkeit von der individuellen Situation des Patienten kommen auch weitere Substanzen, wie z.B. Copaxone®, Azathioprin oder Immunglobuline für die initiale immunprophylaktische Therapie in Frage.

 

Bei nicht tolerablen Nebenwirkungen von s.c. applizierten Betainterferonen Umstellung auf eine andere Applikatonsform der Betainterferone oder eines der unter 2. genannten Präparate.

 

Bei primärem Therapieversagen unter der Betainterferonbehandlung kann eine Umstellung auf ein anderes Betainterferon-Präparat mit höherer Applikationsfrequenz erwogen werden. Neben dieser Option kommt besonders bei sekundärem Therapieversagen die Umstellung auf andere immunsuppressive Maßnahmen in Betracht.