Multiple Sklerose
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- 10.01.2006


Psychiatrische Nebenwirkungen von Beta-Interferonen bei Multipler Sklerose


Psychische Störungen, insbesondere Depression, sind bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) vergleichsweise häufig anzutreffen. Sie werden sowohl dem psychosozialen Druck zugeschrieben, den eine chronische, häufig fortschreitende und behindernde Erkrankung mit sich bringt, als auch der eigentlichen Schädigung der Nervensubstanz. Außerdem können Medikamente wie z. B. Kortikosteroide und möglicherweise auch Interferone (IFN) einen depressionsauslösenden Effekt haben.

Echte Depression (Major depressive disorder) und auch Selbstmordgedanken veranlassen zur Besorgnis, und es ist sehr wichtig, solche Reaktionen aufzudecken und zu behandeln. Psychiatrische Nebenwirkungen, vor allem Depression, wurden unter der Behandlung mit Alpha-IFN häufig berichtet; für Beta-IFN wurden sie darum auch vermutet. Der Zusammenhang des Auftretens von Depressionen mit Beta-IFN wurde jedoch nicht nachgewiesen.

In der hier publizierten Übersichtsarbeit über die einschlägigen Studien wird festgestellt, dass die überwiegende Zahl der Studien keinen kausalen Zusammenhang zwischen Beta-IFN und Depression oder Selbstmord nachweisen konnten. Dennoch, so die Autoren dieser Veröffentlichung, könne für einige Patienten (besonders jene mit einer Depression in ihrer Vorgeschichte) ein erhöhtes Risiko bestehen, unter der Beta-IFN-Behandlung eine Depression zu entwickeln.

Alles in allem, so schlagen die Autoren hier vor, und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass der Zusammenhang zwischen der Beta-IFN-Behandlung und dem Auftreten von Depression/Selbstmord(gedanken) eher unsicher ist (genauso unsicher wie die komplette Abheilung solcher psychiatrischer Symptome nach Absetzen der Beta-IFN-Therapie) sollten Ärzte den psychiatrischen Status ihrer MS-Patienten immer im Auge behalten. Sie sollten sie aber nicht davon abhalten, eine Beta-IFN-Therapie zu beginnen, selbst dann nicht, wenn der/die Patient/in jetzt oder in der Vergangenheit von Depression betroffen waren/sind.

Weitere Informationen finden Sie hier.


Quelle: ms-gateway.de mwN.


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